Mein Ansatz

Und verstehe die Freiheit

Aufzubrechen, wohin er will

Friedrich Höölderlin

Mein Interesse an Psychotherapie geht zurück auf meine Zeit als junger Erwachsener, als ich C. G. Jung entdeckte. Die Auseinandersetzung mit seinem Werk war prägend für mein eigenes Leben und legte den Grundstein für den Wunsch, eines Tages selbst Psychotherapie zu praktizieren. Seine zutiefst menschliche Weisheit, seine Ablehnung dogmatischer Konzepte, seine Forderung, den Ansatz stets an die einzelne Person anzupassen, und seine Überzeugung, dass die menschliche Seele eine angeborene, lebenslange Tendenz und Fähigkeit zur Ganzwerdung besitzt, sind grundlegend für mein Denken und Arbeiten.


Ich bemühe mich, jeden Menschen als das komplexe, unverwechselbare Wesen zu sehen, das er ist. Meine internationale Erfahrung hilft mir dabei, mich auf Menschen aus unterschiedlichen Kulturen einzulassen. In der vertrauensvollen Beziehung, die entsteht, fördere ich Selbstreflexion, und gemeinsam entwickeln wir neue Perspektiven und mögliche Handlungsschritte. Ein zentrales Element meiner Arbeit ist die Wertschätzung: Ich bin überzeugt, dass es ebenso wichtig ist, Stärken zu würdigen, wie Probleme zu verstehen. Denn das, was wir mit Wertschätzung betrachten, wächst. Zudem arbeite ich gerne mit der Kraft der Vorstellung und Imagination – besonders, um alte Wunden zu heilen, die uns daran hindern, weiterzugehen und unser Leben in seiner ganzen Fülle zu leben.


Kenne alle Theorien, beherrsche alle Techniken,
doch wenn du eine menschliche Seele berührst,
sei einfach nur eine menschliche Seele.

C. G. Jung



Auf einer konkreteren Ebene liegt meiner Arbeit als Coach und Psychotherapeut ein psychodynamisches Verständnis seelischer Prozesse zugrunde. Dieses geht davon aus, dass die Art, wie wir die Welt erleben und in ihr handeln, in hohem Maße von unbewussten Gefühlen bestimmt wird. Die moderne Hirnforschung bestätigt diese Annahme in ihren Grundzügen. Die Macht der unbewussten Gefühle beruht darauf, dass die Evolution sie als zentrale Werkzeuge des Überlebens in sozialen Kontexten hervorgebracht hat – nach Innen orientieren sie uns innerhalb von Mirkosekunden über die Bedeutung einer Situation, und nach außen kommunizieren sie ebenso schnell unsere Gestimmtheit, damit andere sich orientieren können. Das galt für die Horden der Savanne vor 100.000 Jahren ebenso, wie es für Organisationen des 21. Jahrhunderts gilt. Es ist daher klug, ihnen die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen.


Auf Grundlage dieser genetischen Ausstattung formen unsere frühen Beziehungen in Kindheit und Jugend die Entwicklung dieser unbewussten Gefühle – sie stärken, dämpfen oder verzerren sie. Das Ergebnis ist unsere individuelle Art, die Welt zu erleben und uns in ihr zu bewegen. Wenn wir uns dieser Ursprünge bewusst werden und sie verstehen, eröffnet sich eine größere Chance zu Wachstum und Befreiung von hinderlichen Mustern.



Solange du das Unbewusste

nicht bewusst machst,
wird es dein Leben lenken –

und du wirst es Schicksal nennen.

                        C. G. Jung



Doch das psychodynamische Verständnis der Psyche beinhaltet ebenso die Überzeugung – erneut durch moderne Neurobiologie gestützt – dass neue Erfahrungen uns lebenslang verändern können: wie wir die Welt sehen und wie wir mit ihr umgehen. Coaching und Therapie können so zu einer tiefgreifenden Erfahrung werden. Das, was ist, ohne Urteil zu betrachten, wirkt befreiend. Entscheidend ist dabei die Einsicht, dass das, was uns heute stört, einst eine wichtige Funktion hatte: Es half uns, schwierige Lebensumstände möglichst unbeschadet zu navigieren. Den Geschichten dieser verletzten Anteile zuzuhören und ihren Beitrag anzuerkennen, schafft einen Raum des Vertrauens, in dem das Alte sich verwandeln und das Neue wachsen kann. Damit wir uns erneut auf den Weg machen können – ganzer und zuversichtlicher.


Auf dieser Grundlage arbeite ich eklektisch: Ich nutze, was sich in meiner Erfahrung als hilfreich erwiesen hat. Daher habe ich Weiterbildungen in Traumatherapie absolviert, insbesondere in Ego-State-Therapie mit hypnosystemischen und imaginativen Techniken. Die Ego-State-Therapie beruht auf der Vorstellung, dass die Seele aus verschiedenen Teilen besteht, die Träger unserer unterschiedlichen Erlebnis- und Verhaltensweisen sind – sowohl der unterstützenden als auch der problematischen. Sich selbst auf diese Weise zu betrachten, wirkt oft entlastend und eröffnet einen sehr kreativen Zugang zum Dialog mit diesen inneren Teilen. Wenn diese gehört, verstanden und gewürdigt werden, verändern sich problematische Anteile oft auf erstaunliche Weise. Außerdem beeinflusst mich die existenzielle Psychotherapie von Irvin Yalom.


Ich lade Sie ein, mit mir in einen Dialog zu treten. Die Gefühle, die Ihre Themen begleiten, werden uns auf einen kurzen, fokussierten Blick in die Vergangenheit führen, der uns ein gemeinsames Verständnis Ihrer Anliegen im Kontext Ihrer Persönlichkeit ermöglicht. Anschließend richten wir den Blick auf die Veränderungen, die Sie erreichen möchten – mit allen Mitteln, die hilfreich erscheinen.


Ich arbeite gerne mit Menschen, die bereit sind, Annahmen, Überzeugungen und Gewissheiten über das Leben oder über sich selbst zu hinterfragen – etwa ausgelöst durch eine Krise. Mit Menschen, die jemanden für einen Dialog suchen, um eine neue oder tiefere Orientierung und Perspektive für ihr Leben zu finden, jenseits alter Denk- und Verhaltensmuster, Ängste und Regeln, die ihre Gültigkeit verloren haben. Mit Menschen, die ihre privaten oder beruflichen Beziehungen konstruktiver gestalten möchten. Und mit Menschen, die unter einer belastenden Vergangenheit oder Gegenwart leiden und Unterstützung im Umgang damit suchen.